Die anderen schliefen längst. Joshua saß noch immer über den Unterlagen, die Alex Berger ihnen anvertraut hatte: Ordner, Exporte, Protokolle, Prozessbeschreibungen, Entscheidungen, die keine waren, und Zuständigkeiten, die sich im Kreis bewegten. Tausende Dokumente, sauber abgelegt und vollkommen außerstande, irgendetwas zu erklären.
Er arbeitete sich Seite für Seite hindurch. Nicht, weil ihn die Genialität des Modells beeindruckte. Je länger er las, desto weniger sah er ein Modell. Er sah Menschen, die versucht hatten, gute Arbeit zu leisten. Menschen, deren Entscheidungen in Freigabeschleifen verschwanden und deren Verantwortung groß genug war, um Fehler zu tragen, aber nie groß genug, um etwas verändern zu dürfen.
Die Projekte waren nicht an mangelndem Können gescheitert. Sie waren an Bürokratie und Machtspielen gescheitert – an einem System, das jeden Fehler dokumentierte und seine eigenen Ursachen unsichtbar machte. Kurz vor vier schob Joshua die nächste Seite zur Seite. Auf dem Tisch lagen noch immer mehrere tausend Dokumente. Aber das eigentliche Problem passte inzwischen in einen Satz:
Das System war nicht kompliziert geworden, weil die Arbeit kompliziert war. Es war kompliziert geworden, damit niemand mehr erkennen konnte, wer sie zerstörte.